or

Kleiner Stich mit Folgen

Vorbeugung

Arbeitsorganisation
Reinigungspersonal
 

Regelmäßige Reinigungsarbeiten sind elementare Bestandteile des Gesundheitsdienstes, um die notwendige Hygiene in den Arbeitsbereichen aufrechtzuerhalten.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Reinigung und Desinfektion der medizinisch genutzten Räume und deren Einrichtungen,
  • Bettenaufbereitung,
  • Instrumentenaufbereitung,
  • innerbetrieblicher Abfalltransport,
  • innerbetrieblicher Wäschetransport (unreine Seite),
  • Reinigung von Fahr- und Transportmitteln (Rettungswagen).


Die mögliche Infektionsgefahr für die Reinigungskräfte ist in weitem Maße abhängig von den jeweiligen Einsatzbereichen. So sind Reinigungsarbeiten in Bereichen wie allgemeinen Verkehrswegen (Treppen, Flure), allgemein zugänglichen Toilettenanlagen, Patienten- und Besucheraufenthaltsräumen, Wartebereichen für Patienten und Besucher oder Umkleide-, Aufenthalts- und Sozialräumen für das Personal in der Regel mit geringer Infektionsgefahr verbunden.

Hingegen sind Reinigungsarbeiten auf Stationsfluren, in Patientenzimmern, Patiententoiletten, Patientenbehandlungsräumen sowie in Arbeitsräumen des medizinischen Personals, Infektionseinrichtungen, mikrobiologischen Laboratorien und pädiatrischen Einrichtungen mit einer erhöhten Infektionsgefahr verbunden. Besondere Infektionsgefahren bestehen in Tuberkuloseeinrichtungen, pulmologischen Einrichtungen, Sektionseinrichtungen und veterinärmedizinischen Bereichen.

Eine besondere Infektionsgefahr besteht durch Verletzungen der Haut an Injektionskanülen, Instrumenten oder sonstigen Einrichtungen, die mit Blut oder menschlichen Ausscheidungen verunreinigt sind und dadurch keimbelastet sein können, da hierbei die Schutzbarriere der Haut und der persönlichen Schutzausrüstung durchbrochen wird.
Es gehört zu den Pflichten des Arbeitgebers, dafür zu sorgen, dass diese Gegenstände bestimmungsgemäß gesammelt, verpackt und entsorgt werden. Allerdings sind Fehler in der Entsorgung durch die Nutzer immer wieder wesentliche Ursachen für Nadelstichverletzungen des Reinigungspersonals. Neben den Pflegekräften und Ärzten stellen die Reinigungskräfte die am häufigsten von Nadelstichverletzungen betroffene Gruppe dar.
Es muss daher immer damit gerechnet werden, dass Entsorgungsfehler vorkommen, d. h. spitze, scharfe Instrumente nicht im vorgesehenen Maße in die dafür bereitgestellten Abwurfbehälter entsorgt werden. Deshalb sind folgende grundlegende Vorsichtsmaßnahmen seitens der Reinigungskräfte zu beachten:

  • In Abfallbehältnisse darf nicht hineingegriffen werden.
  • Abfallsäcke sollen nicht mit den Händen zusammengedrückt werden.
  • Es ist nicht die Aufgabe der Reinigungskräfte, benutzte medizinische Instrumente einzusammeln.
  • Reinigungsabfälle sind mit den vorgesehenen Transportmitteln zur Sammelstelle zu befördern.
  • Kanülenabwurfbehälter sind nur geschlossen zu transportieren und zu entsorgen.
  • Reinigungsarbeiten mit erhöhter Infektionsgefahr dürfen nur nach Freigabe durch den vor Ort Verantwortlichen durchgeführt werden.

Die BGR 208 „Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen” finden Sie hier.