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Kleiner Stich mit Folgen

Vorbeugung

Arbeitsorganisation
Kenntnisstand
 

So wichtig eine sorgfältige Arbeitsvorbereitung und die Festlegung der Arbeitsabläufe auch sind, ihre Wirksamkeit wird gering sein, wenn Personen am Arbeitsablauf beteiligt sind, deren Informations- und Kenntnisstand lückenhaft ist.

Typische Folgen dieser Kenntnislücken können Fehlverhalten hervorrufen, wie

  • ungeeignete, gefährdende Übergabe der Instrumente,
  • fehlerhafte Anwendung sicherer Instrumente,
  • falsche Entsorgung der benutzten Instrumente (z. B. nicht wie vorgesehen in geeignete Kanülenabwurfbehälter; „Recapping“),
  • Ablage der benutzten Instrumente nach Gebrauch statt direktem Abwurf in den Kanülenabwurfbehälter,
  • Unterlassung der notwendigen Sofortmaßnahmen nach einem Stich,
  • Nichtmeldung einer NSV aufgrund einer Bagatellisierung der Verletzung etc.


Informierte Mitarbeiter wissen, welche Gefährdungen bei der Benutzung spitzer, scharfer Instrumente im Gesundheitsdienst bestehen und was sie tun müssen, um sich und andere zu schützen! Folgender Grundsatz gilt für alle Tätigkeiten:

„Wer im Rahmen seiner Tätigkeit einer Gefährdung ausgesetzt ist, muss wissen, wie er sich und andere vor Erkrankungen schützen kann!”

Schulungen und Unterweisungen zu den betriebsspezifischen Maßnahmen zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen müssen regelmäßig stattfinden! Es empfiehlt sich, diese Informationen mindestens einmal jährlich zu vermitteln. Darüber hinaus sind die Unterweisungen notwendig bei

  • neuen Mitarbeitern,
  • Änderungen der Arbeitsabläufe; der Anwendung und Entsorgung der Instrumente,
  • besonderen Anlässen, wie Zwischenfällen oder Beinahe-Unfällen.


Für gefährliche Tätigkeiten müssen Betriebsanweisungen erstellt werden. Musterbetriebsanweisungen für Tätigkeiten mit potenziellem Blutkontakt finden Sie hier. Diese Betriebsanweisungen sind eine wichtige Grundlage für die Unterweisungen.

Informationen zur Erstellung derartiger Betriebsanweisungen gibt die BGI 853.

Die arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung ist so konkret wie möglich zu fassen. Bitte beachten Sie, dass die Betriebsanweisung so viele Informationen wie nötig enthält und dennoch so knapp wie möglich gehalten werden sollte.

Im Rahmen der Betriebsanweisung und der Unterweisung ist es wichtig, folgende Einzelaspekte zu thematisieren:

  • Informationen über die Gefährdung,
  • richtige Anwendung der Instrumente; Besonderheiten bei der Anwendung sicherer Instrumente,
  • Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (Schutzkittel; evtl. zwei Paar Einmal-Handschuhe etc.),
  • Verwendung geeigneter Kanülenabwurfbehälter,
  • sorgfältige Arbeitsvorbereitung,
  • Regelungen zu Arbeitsabläufen,
  • Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge,
  • Maßnahmen nach einer Stichverletzung und Postexpositionsprophylaxe,
  • Ansprechpartner und Telefonnummern.

Die Unterweisungen sollten verständlich und informativ sein. Unterweisungen sind stets zu dokumentieren (Datum, Unterweisungsthemen, Teilnehmer, Unterweisung durch wen?) und von den unterwiesenen Beschäftigten gegenzuzeichnen.

Hilfen für die Erstellung von Betriebsanweisungen sowie einzelne Musterbetriebsanweisungen finden Sie hier