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Kleiner Stich mit Folgen

Vorbeugung

Arbeitsorganisation
Arbeitsvorbereitung
 

Eine überlegte Arbeitsvorbereitung ist einer der ersten Schritte, um Unfall- und Verletzungsgefahren bei einer auszuführenden Tätigkeit schon im Vorfeld zu minimieren.
Beispielsweise ist es problematisch, wenn Kanülenabwurfbehälter nicht unmittelbar am Ort der Anwendung spitzer, scharfer Instrumente bereitstehen. Die Folge ist, dass die Instrumente nach dem Gebrauch zunächst abgelegt und erst in einem zweiten Schritt entsorgt werden (Bild 1). Das Unfallgeschehen belegt, dass dies eine der Hauptursachen für Nadelstichverletzungen ist.


Bild 1: Risikosteigernde Zwischenablage kontaminierter Instrumente

Eine sorgfältige Arbeitsvorbereitung sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Sind bei der bevorstehenden Anwendung Gefährdungen möglich (Infektionsstatus des Patienten; mangelnde Kooperation und Abwehrreaktionen des Patienten; ungünstige räumliche Gegebenheiten etc.)?
  • Wurden vom Arbeitgeber sichere Instrumente zur Verfügung gestellt?
  • Sind für die eingesetzten Instrumente geeignete Kanülenabwurfbehälter am Ort der Anwendung vorhanden?
  • Sind die Kanülenabwurfbehälter in ausreichender Stückzahl vorhanden und nicht überfüllt?


Falls Material und Kanülenabwurfbehälter transportiert werden müssen, ist der Einsatz von Tablettsystemen hilfreich (Bild 2). Mit ihnen können Sie benötigte Gegenstände praktisch und sicher mit an Ihren Einsatzort (z. B. ans Krankenbett) nehmen und dort entsprechend positionieren.


Bild 2: Tablettsystem

  • Sind allergenarme und puderfreie Schutz-(Einmal-)Handschuhe in der benötigten Größe und Menge (evtl. Anlegen doppelter Handschuhe) griffbereit vor Ort?
  • Sind die Verbrauchsmaterialien für den Arbeitsablauf günstig positioniert?
  • Sind Desinfektionsmittel, Wischtücher etc. vorhanden?
  • Sind die Beschäftigten darüber informiert, was zu tun ist, wenn sie sich verletzt haben?
  • Sind Mittel zur Erstversorgung nach einer Stichverletzung bereitgestellt?
  • Sind die Arbeitstechniken bzw. Arbeitsabläufe eingeübt?
  • Ist bei der Versorgung unruhiger bzw. abwehrender Patienten eine Hilfestellung durch eine zweite Person sichergestellt?
  • Sind negative Einflussfaktoren, wie Hektik, Müdigkeit, Unordnung, Unübersichtlichkeit und räumliche Enge, vermieden?


Bei Fragen zur Arbeitsvorbereitung und zu betriebsspezifischen Regelungen werden Ihnen Ihre Fachleute vor Ort (z. B. Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragter, Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft, Hygienebeauftragter, Abfallbeauftragter) weiterhelfen können.