Hepatitis C

Erreger
Das Hepatitis-C-Virus (HCV), der Erreger der Hepatitis C, ist ein RNA-Virus (Flavivirus, Familie Togaviren) und kommt in elf Geno/Subtypen (für viele geografische Regionen typisch) vor. Die Entdeckung weiterer Subtypen ist möglich.
HCV ist in Risikogruppe 3 (**) der biologischen Arbeitsstoffe nach BioStoffV (Volltext) eingestuft.
In Mitteleuropa beträgt die Antikörperprävalenz in der Allgemeinbevölkerung 0,5 bis 1 %, in Süd- und Südosteuropa bis 2 %, in zahlreichen Entwicklungsländern ist sie deutlich höher, bei i. v. Drogenabhängigen in Mitteleuropa je nach Anamnese bis über 50 %.

Übertragung
HCV wird v. a. durch Blutkontakte, i. v. Drogenkonsum (unsterile Nadeln) und Kanülenstichverletzungen im medizinischen Bereich (Übertragungsrate ca. 5 %) übertragen. Die HCV-Übertragung unter der Geburt beträgt ca. 7 %, die Transmission bei Sexualkontakten ist selten. Vereinzelt wurden Fälle von nosokomialen HCV-Infektionen bei Patienten durch infektiöse (Thorax-) Chirurgen, Pfleger oder Medizintechniker bekannt. Bei ca. 30 bis 40 % der Betroffenen ist der Übertragungsweg unklar.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt mehrere Wochen (bis zu 4 Monaten). Ansteckungsfähigkeit besteht bei über 90 % der Anti-HCV-Positiven, die damit als chronisch infiziert gelten müssen.

Krankheitsbilder
Bei Säuglingen/Kleinkindern werden kaum akute Verläufe beobachtet, bei Jugendlichen und Erwachsenen in ca. 5 bis 15 % ein ähnlicher Verlauf wie bei anderen Virushepatitiden. Möglich sind Spätkomplikationen durch Leberzirrhose und hepatozelluläres Karzinom.

Labordiagnostik
Die Stufendiagnostik besteht in der Anti-HCV-Bestimmung (ELISA) und dann im Bestätigungstest durch Immunoblot; im positiven Fall erfolgt der direkte Virusnachweis durch HCV-RNA-Bestimmung (ggf. Fall Genotypisierung und Bestimmung der Viruslast).

Therapie
Sie erfolgt symptomatisch, bei frisch Erkrankten und bei chronischem Verlauf wird eine Kombinationstherapie (-Interferon + Ribavirin) über 6 Monate (ggf. länger) durchgeführt.

Prophylaxe
Primär sind berufliche und außerberufliche Kontakte mit Blut und Körperflüssigkeiten zu vermeiden. Ein Impfstoff ist in Entwicklung. Eine effektive postexpositionelle Prophylaxe ist nicht möglich, jedoch eine Erfolg versprechende Frühbehandlung direkt nach Beginn der Erkrankung.

Gesetzliche Regelungen
Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sind meldepflichtig; direkter und/oder indirekter Virusnachweis (alle Nachweise) sind meldepflichtig, soweit nicht bekannt, dass chronische Infektion vorliegt.

Bedeutung als Berufskrankheit
Die Hepatitis C ist mittlerweile die häufigste Infektionsberufserkrankung bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst, bislang ist allerdings noch kein flächendeckendes Screening in diesem Bereich üblich, daher ist eher eine Risikounterschätzung wahrscheinlich.
Das Risiko im Vergleich zu Nichtexponierten ist bei Beschäftigung im Gesundheitsdienst etwa dreifach, in der Zahnheilkunde (v. a. Kieferchirurgie) z. T. noch wesentlich höher.