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Kleiner Stich mit Folgen

Glossar

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Passive Immunisierung
 

Eingeführt wurde die passive Impfung 1890 von Emil von Behring, als er ein Heilverfahren gegen Diphtherie entwickelte.

Bei der passiven Impfung werden nach einem möglichen Kontakt mit Infektionserregern die entsprechenden Antikörper verabreicht. Das hat den Vorteil, dass der Organismus die Antikörper nicht wie bei einer Infektion erst zeitaufwendig selbst bilden muss und der Erreger sofort unschädlich gemacht werden kann.
In der Regel hält eine solche passive Impfung aber nur wenige Wochen bis Monate an, dann sind die geliehenen Antikörper ausgeschieden oder abgebaut und der Organismus durch eine neuerliche Infektion durch denselben Erreger wieder gefährdet, da das Immunsystem durch die schnelle – und notwendige – Behandlung nicht ausreichend stimuliert wurde.

Beispielhaft sei die passive Immunisierung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) erwähnt, die immer dann verabreicht werden muss, wenn ein Patient mit unklarem Impfstatus eine verunreinigte Wunde aufweist.
In ähnlicher Weise sind Neugeborene durch die sog. Mutter-Kind-Immunisierung befristete Zeit gegen einige Infektionskrankheiten geschützt: unmittelbar nach der Geburt durch Antikörper, die noch im Mutterleib – über die Plazenta – aus dem Blut der Mutter übernommen worden sind, und, sofern die Säuglinge gestillt werden, einige Wochen lang nach der Geburt durch in der Muttermilch vorhandene Antikörper, sofern die Mutter diese Antikörper selbst besitzt. Diese Leih-Immunität der Neugeborenen lässt im Laufe der ersten Monate nach der Geburt, abhängig von der Stilldauer, allmählich nach.
Die amtlich empfohlenen Kinder-Impfungen sollen daher so frühzeitig erfolgen, dass eine Lücke in der Erreger-Abwehr nicht entsteht.