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Kleiner Stich mit Folgen

Glossar

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Betriebsbegehung
 

Betriebsbegehungen dienen der Feststellung, ob und inwieweit die geltenden Arbeitsschutzbestimmungen und -regeln und darüber hinaus der Stand der Sicherheitstechnik und des Gesundheitsschutzes eingehalten werden. Außerdem dienen sie der Sensibilisierung der Führungs- und Arbeitskräfte für Belange des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Berücksichtigt werden dabei sämtliche arbeitsbedingten Gefährdungs- und Belastungsfaktoren:

  • mechanische Gefährdungen,
  • elektrische Gefährdungen,
  • chemische Gefährdungen,
  • biologische Gefährdungen,
  • Brand- und Explosionsgefährdungen,
  • thermische Gefährdungen (Hitze und Kälte),
  • physikalische Gefährdungen, z. B. durch Lärm, Vibration, Strahlung, Druck,
  • Gefährdungen durch die Arbeitsumgebungsbedingungen, z. B. durch Klima, Beleuchtung, Raumgestaltung, Möblierung, einschließlich Mehrfachbelastungen,
  • physische Belastungen, Arbeitsschwere,
  • Belastungen aus Wahrnehmung und Handhabung,
  • psychomentale Belastungen, z. B. durch Tätigkeitsinhalt, Arbeitsablauf, spezielle Arbeitsbedingungen,
  • Gefährdungen durch Mängel in der Organisation, Information, Kooperation und Qualifikation.

Für die Gestaltung betriebsspezifischer Prüfpläne stellen die gesetzlichen Unfallversicherer entsprechende Arbeitshilfen (Gefährdungskataloge, Belastungskataloge, Arbeitsblätter) zur Verfügung.
Es können sowohl allgemeine Begehungen (erfassen alle Gefährdungen) als auch Schwerpunktbegehungen (erfassen bestimmte Teilbereiche des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, bezogen z. B. auf bestimmte Arbeitsbereiche, Tätigkeiten oder Personengruppen) erfolgen.

Betriebsbegehungen werden im Allgemeinen von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt, einer Führungskraft aus der zu begehenden Abteilung und einem Vertreter des Betriebs- bzw. Personalrats durchgeführt. Eine Beteiligung des Betriebsleiters und der örtlich zuständigen Sicherheitsbeauftragten ist von großem Vorteil, nicht zuletzt wegen der Motivationswirkung für die Betriebsangehörigen.

Festgestellte Mängel werden protokolliert und es wird festgelegt, wer die Mängel in welcher Frist zu beseitigen hat. Das Führen des Protokolls obliegt der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder – wenn der Betrieb keine Fachkraft hat – dem Betriebsleiter. Er bzw. die Fachkraft sollen die jeweiligen Mängelberichte auszugsweise auch an die jeweils zuständigen Führungskräfte weitergeben. Rückmeldungen über beseitigte Mängel sind an die Betriebsleitung zu richten.

Die Betriebsbegehung ist instrumentaler Bestandteil der vom § 5 des Arbeitsschutzgesetzes geforderten Gefährdungsbeurteilung. Ein etwaiges Mängelprotokoll gehört daher zur Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung und ihrer Ergebnisse.