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Kleiner Stich mit Folgen

Glossar

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Berufsgenossenschaft
 

Die Berufsgenossenschaften (BG) sind die gesetzlichen Träger der Unfallversicherung für Gewerbe und Landwirtschaft, wohingegen Arbeiter und Angestellte des öffentlichen Dienstes von den Unfallkassen bzw. den Unfallversicherern der öffentlichen Hand (für Gemeinden, Städte, Länder und Behörden des Bundes) betreut werden. Sie erfüllen als Körperschaften des öffentlichen Rechts die ihnen durch das Gesetz übertragenen Aufgaben in eigener Verantwortung unter staatlicher Aufsicht.

Die Selbstverwaltung der Unfallversicherungsträger besteht aus den Organen Vorstand und Vertreterversammlung. Beide setzen sich paritätisch aus Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammen. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer regelt die laufenden Verwaltungsgeschäfte.

Gesetzliche Grundlage
Die gesetzliche Grundlage der Unfallversicherung ist das Sozialgesetzbuch Teil VII. Dies garantiert jedem Beschäftigten und wie Beschäftigten, Tätigen (z. B. Ehrenämtler, Praktikanten etc.) sowie Studierenden, Schülerinnen und Schülern und Kindern in Tageseinrichtungen von dem für sie zuständigen Unfallversicherungsträger den Versicherungsschutz gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
Die Kosten der gesetzlichen Unfallversicherung trägt in vollem Umfang der Arbeitgeber. Die von den Arbeitgebern zu leistenden Beiträge werden im Bereich der Berufsgenossenschaften nach der gezahlten Lohn-/Gehaltssumme im verflossenen Jahr und nach der Einstufung des Unternehmens in den Gefahrtarif berechnet. Hierbei kann es je nach den Unfallzahlen des Unternehmens individuelle Zuschläge oder Nachlässe geben.

Die versicherten Arbeitnehmer zahlen keinen Beitrag.
Die Unfallversicherer erzielen keinerlei Gewinne.

Aufgaben
Die Aufgaben der Unfallversicherungsträger gliedern sich wie folgt:

1. Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie Abwehr von arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren,

2. Rehabilitationsleistungen (Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten),

3. finanzielle Entschädigung wegen Unfallfolgen und Folgen von Berufskrankheiten.

Gesetzlich sind die Unfallversicherungsträger dazu verpflichtet, mit allen (geeigneten) Mitteln für die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten bzw. arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine effektive Erste Hilfe zu sorgen. Diese Anforderungen werden wie folgt erfüllt:

1. Vorschriften (z. B. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften = BGV) über Einrichtungen, Maßnahmen und Anordnungen, die die Arbeitgeber zu treffen haben. Es werden Verhaltensregeln für die Arbeitnehmer festgelegt; die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen werden ebenso geregelt wie Maßnahmen zur Sicherstellung einer effektiven Ersten Hilfe bei Arbeitsunfällen.

2. Die Überwachung und Beratung von Unternehmen und Arbeitnehmern. Diese wird durch technische Aufsichtspersonen geleistet.

3. Die Aus- und Fortbildung, Aufklärung und Information. Die Aus- und Fortbildung der mit der Wahrung der Unfallverhütung befassten Personen (Arbeitgeber, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Führungskräfte, Betriebs- und Personalräte) durch die Berufsgenossenschaften finden in besonderen Bildungsstätten statt.

4. Die Schulung, Aufklärung und Information erfolgt mittels Broschüren, Mitteilungs- und Merkblättern, weiteren Medien, Vorträgen und Fernsehbeiträgen.

Die Leistungen der Unfallversicherungsträger werden unterteilt in

1. die Heilbehandlung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (medizinische Rehabilitation) und

2. Berufshilfe (berufsfördernde Rehabilitation). Durch die Berufshilfe sollen die Verletzten bzw. Erkrankten unter Berücksichtigung ihrer Eignungen, Neigungen bzw. deren bisheriger Tätigkeit wieder beruflich integriert werden.

Hinsichtlich der finanziellen Entschädigung durch die Unfallversicherungsträger werden folgende Leistungen unterschieden:

1. Leistungen an Verletzte und Erkrankte. Hierunter fallen das Verletztengeld bei Arbeitsunfähigkeit, das Übergangsgeld während der Berufshilfe sowie die Verletztenrente.

2. Leistungen an Hinterbliebene. Hierunter fallen z. B. das Sterbegeld, die Witwen- bzw. Witwerrenten, die Waisenrente und die Elternrente.

Die Broschüre BGI/GUV-I 506 „In guten Händen. Ihre gesetzliche Unfallversicherung“ enthält weitere Informationen.