or

Kleiner Stich mit Folgen

Glossar

Glossar
Bakterien
 

Bakterien sind einzellige Kleinlebewesen, die zumeist eine Zellwand, Zytoplasma und Ribosomen besitzen. Da Bakterien keinen echten Zellkern haben, liegt ihre Erbinformation als in sich geschlossenes Molekül (sogenanntes Bakterienchromosom) frei im Plasma vor. Zu den Bakterien gehören auch viele Krankheitserreger. Dagegen wird die Fähigkeit einer großen Anzahl von Bakterien, für den Menschen wichtige Stoffe wie Antibiotika, Enzyme etc. zu produzieren, in der Biotechnik genutzt.

Lebensweise und Stoffwechsel der Bakterien können sehr unterschiedlich sein. So gibt es Bakterien, die Sauerstoff benötigen (aerobe Bakterien oder Aerobier), Bakterien, für die Sauerstoff Gift ist (obligat anaerobe Bakterien oder obligate Anaerobier), und Bakterien, die sowohl mit als auch ohne Sauerstoff lebensfähig sind (fakultative Anaerobier). Manche Bakterien bilden Dauerformen (Sporen), die extreme Umweltbedingungen aushalten (sog. Extremophile).

Die Vermehrung der Bakterien erfolgt meistens asexuell durch Zellteilung, bei einigen durch Knospung. Bakterien können sich durch Konjugation vermehren und so ihr Erbgut austauschen.

Aus praktischen Gründen werden Bakterien nach ihrer Form und ihrer Organisation unterteilt. Dabei werden

  • kugelige Bakterien als Kokken,
  • längliche, zylindrische Bakterien als Stäbchen und
  • spiralige Formen als Spirillen bezeichnet.

Diese Grundformen können einzeln auftreten oder sich zu typischen Formen zusammenfinden (Haufenkokken = Staphylokokken, Kettenkokken = Streptokokken, Doppelkokken = Diplokokken). Des Weiteren bilden vor allem Stäbchenbakterien häufig eine oder mehrere Geißeln, sog. Flagellen, aus, mit deren Hilfe sie sich fortbewegen können.

Die sogenannte Gramfärbung (eingeführt vom dänischen Bakteriologen Gram) lässt Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und Struktur der Zellwand zu.