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Kleiner Stich mit Folgen

Gefahr

Welche Erreger können übertragen werden?
Übertragungsrisiken für HBV, HBC und HIV
 

Will man das Infektionsrisiko nach einer Nadelstichverletzung im Allgemeinen abschätzen, so ist zunächst folgende Frage zu klären:

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gebrauchten Nadeln oder scharfen Instrumente mit Infektionserregern kontaminiert wurden?

Dies hängt davon ab, wie stark die entsprechenden Infektionserreger

Im Falle des Hepatitis-B-Virus besteht die Möglichkeit einer Schutzimpfung. Erfolgreich durchgeführt, führt sie genauso wie eine bereits durchgemachte Hepatitis-B-Virusinfektion zu anhaltender Immunität. Bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst wird die Schutzimpfung seit über 20 Jahren erfolgreich praktiziert, seit einigen Jahren ist diese Impfung auch eine Regelimpfung für Kinder und Jugendliche (Weitere Informationen zur HB-Impfung).

Das Übertragungsrisiko nach einer einzelnen Nadelstichverletzung wird durch die (im Moment der Verletzung aktuelle)

  • Immunabwehrfähigkeit des Verletzten (Basisimmunität) und
  • die Ansteckungsfähigkeit (Infektiosität) der Infektionserreger determiniert.

Die Basisimmunität hängt von vielen Faktoren ab (Lebensstil, körperliche Verfassung, Müdigkeit usw.) und lässt sich leider nicht durch die Messung eines oder mehrerer Parameter genau objektivieren.
Aus Daten, die nach Nadelstichverletzungen gesammelt wurden, die sich mit gesichert infektiösem Blut und bei nicht immunen Verletzten ereigneten, konnten allerdings die folgenden durchschnittlichen Übertragungsrisiken errechnet werden:

  • HBV: Risiko ~ 30 %-40 % (am häufigsten genannt: 30 %)
  • HCV: Risiko ~ 5 % (am häufigsten genannt: 3 %)
  • HIV: Risiko voraussichtlich kleiner 0,01 % (am häufigsten genannt 0,3 %)

Wissenschaftliche Studien zur HBV-, HCV- und HIV-Übertragungswahrscheinlichkeit finden Sie hier.